| Maßnahme |
Nachteile |
Vorteile |
Anmerkungen |
Beurteilung |
| Abbau von (defekten) Maschendrahtzäunen |
- Wenn Pfosten abgesägt werden, entstehen neue Stolperfallen. Deshalb: Pfosten, die noch fest stehen, stehen lassen. |
- An Standorten der Klassen 2 und 3 sinnvoll, weil der rostbraune, schlecht sichtbare Maschendraht und Stacheldraht selbst zu Gefahr für Mensch und Tier geworden ist. - Aufräumen von Materialien, die im Wald nicht hingehören. - Kostengünstig |
Eine Standardmaßnahme der Stiftung "Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall" in RLP, die dort mit Erfolg sehr oft angewandt wird. Die Pfosten werden bewusst zurückgelassen und tragen zur Abschirmung bei. Für weiterhin sicherungsbedürftige Bereiche werden neue Maßnahmen implementiert. |
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| Halboffene Zäune aller Art |
- Weiterhin teuer und nur bedingt haltbar wegen Windbruch, aber in reduzierter Form. - Wenn schon alternativ, dennoch wenig ästhetisch. |
- Billiger und haltbarer als geschlossene Zäune. - Führt zu einer verlässlichen Abschirmung zwischen Weg und Ruine, hält auch Kinder auf, lässt aber den Zugang für Erwachsene und Wildtiere von der Rückseite zu. - Bietet eine verlässliche Form einer abgestuften Sicherung vor versteckten Gefahren. |
Kommt in experimenteller Form als niedriger, halboffener Maschendrahtzaun bei Karlsruhe vor und erfüllt seit 2015 seinen Zweck hervorragend. |
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| Holzgatter/-Geländer |
- Teuer - Wenig haltbar. - Viel Reparaturaufwand.
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- Natürliches Material, kein Einbringen von ortsfremden Materialien. - Ästhetisch ansprechend. - Nicht als Absturzsicherung geeignet.
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Wurde in Versuchsprojekten 2012-2015 angewandt, aber seitdem nicht mehr. |
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| Stahlgeländer (verzinkt, Vierkantstahl) |
- Teuer - Wirkt anziehend - Nach Sturmbruch schwer zu reparieren - Wurde oft an Bauwerke selbst angebracht und verändert deren Aussehen erheblich. |
- Wenn Baumpflege erfolgt, sehr nachhaltig, haltbar und langlebig. - Sichere und rechtssichere Absturzsicherung. |
Eine Standardmaßnahme für Verkehrsbauwerke, die von der BImA besonders auf erhaltene Bunker als Absturzsicherung angewandt wurde. |
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| Stahlgeländer (rostbraun, Rundstahl, modular, auf Betonfundamenten außerhalb) |
- Teuer |
- Nachhaltig, sehr haltbar und langlebig. - Einigermaßen reparabel. - Macht auf eine versteckte Gefahr aufmerksam oder trennt das sichere von dem unsicheren Terrain. - Führt zu einer verlässlichen Abschirmung zwischen Weg und Ruine, (jedoch nicht gegen ein "unterdurch schlüpfen"), lässt aber den Zugang für Mensch und Tier zu. - Ästhetisch ansprechend, passend zum Denkmalcharakter. |
Die Standardmaßnahme der Stiftung "Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall" in RLP, die dort mit Erfolg sehr oft angewandt wird. Diese werden bewusst nur zur Abschirmung angewandt und nicht als Absturzsicherung. |
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| Erklärendes Warnschild |
- Wenn ungeschickt platziert, kann es anziehend wirken. |
- Klärt auf zu Gefahren und stellt Verbote klar, die aus Denkmal- und Naturschutz hervorgehen. |
Eine Standardmaßnahme der Stiftung "Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall" in RLP, in der Regel zusätzlich zum Stahlgeländer. |
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| Baustahlmatten |
- Eine feste Anbringung ist nicht immer möglich. - Nicht immer immun vor Vandalismus. - Braucht Monitoring. - Schwer sichtbar und glatt, wenn waagerecht angebracht und über die Zeit von Blättern verdeckt. |
- Bietet eine gute und nachhaltige Sicherung von Spalten und Löchern. - Auch für einspülende, übererdete Ruinen anwendbar. - Auch in Kombination mit einem Stahlgeländer anwendbar, wenn damit versteckte Gefahren entschärft werden. - Ökologisch verträglich, weil wenn geschickt angebracht, der Zugang für Kleintiere möglich bleibt.
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Eine Standardmaßnahme der Stiftung "Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall" in RLP, oft zusätzlich zum Stahlgeländer. Es hat sich bewährt, mehrere Matten versetzt übereinander zu legen, ggf. mit unterschiedlichen Rastermaßen.
Ein Vergittern von Eingängen und Wandöffnungen kommt manchmal vor, aber dafür ist diese Maßnahme nicht geeignet, weil die Gitter wieder entfernt werden.
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| Vergitterung, Überbau mit Käfig |
- Ändert das Denkmal erheblich. - Sperrt Menschen und größere Tiere aus. - Teuer - Schwer reparierbar. - Die Gitter selbst erzeugen neue Gefahren, weil begehbar.
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- Wurde als Alternative zum Abbruch genutzt. |
Wurde 2004-2008 von der BImA in den Klassen 2 und 3 experimentell angewandt. Das Ergebnis sind wenig gelungene "Bärenkäfige". |
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| Stahlseile/Drahtseile (dünn) |
- Muss deutlich platziert sein, sonst könnte das Seil übersehen werden. - Wahrscheinlich wenig rechtssicher. - Nicht geeignet zur Absicherung von ernsthaften Gefahrenstellen. |
- Billig und haltbar. - Nützlich als Annäherungshindernis und zur Publikumslenkung. - Kann in Kombination mit Anpflanzungen genutzt werden. - Funktioniert in der Praxis gut, auch wenn keinem DIN-Standard entsprechend.
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Kommt im Museumsbereich öfters vor. |
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| Stahlseile (sehr dick) |
- Nicht denkmalgerecht. - Teuer - Wahrscheinlich wenig rechtssicher. - Nicht geeignet zur Absicherung von ernsthaften Gefahrenstellen.
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- Sehr haltbar und praktisch unzerstörbar. - Nützlich als Annäherungshindernis und zur Publikumslenkung. - Lässt Zugang trotzdem zu. - Funktioniert in der Praxis gut, auch wenn keinem DIN-Standard entsprechend.
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Wurde 2016 von der BImA experimentell für einen Geschützbunker in der Hardtwaldbatterie angebracht, der seitdem wie ein Boxring aussieht. |
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| Abschneiden von einzelnen herausstehenden Armierungeisen |
- Die Ruine wirkt weniger gefährlich, aber sie ist es weiterhin. - Eingriff in die Denkmalsubstanz. - Führt zu scharfkantigen Stellen, die ggf. nachbearbeitet werden müssten. - Wenn man einmal anfängt, Gefahren an einer Ruine zu "entschärfen", ist es schwer ein Ende dafür zu finden. "Ungefährlich" wird die Ruine dadurch nicht.
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- Verhindert Verletzungen, besonders am Kopf und an Beinen. |
Wenn sparsam und überlegt eingesetzt, um die Gefahren durch einzelne Eisen im Laufweg zu bannen, kann das ein gangbares Instrument sein. |
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