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Der [Abschnitt Holz-Blieskastel]

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Die Stellung durch das Würzbachtal, die bereits 1936 erste Bauwerke sah und danach während allen Epochen bis 1940 ausgebaut und ergänzt wurde, gehört zu den interessantesten und heute noch sehenswertesten Bereichen der Westbefestigungen bzw. des Westwalls. Dabei muss man gut vor Augen führen, dass die Westwallbunker südlich davon auf den Höhen von Heckendalheim und Alschbach nicht dazu gehören, sondern zum erst ab Oktober 1938 angefangenen [Abschnitt Brebach-Blieskastel].

In den ursprünglichen Planungen von 1937 war hier ein Ausbau nach dem Stellungskonzept vorgesehen, als Verbindung zwischen den Zonen mit "Festungsausbau" von Beckingen bis zur Göttelborner Höhe (nach Westen) und ab Blieskastel nach Zweibrücken (nach Osten). So entstanden bei Rentrisch und von Reichenbrunn bis Lautzkirchen zusammenhängende Stellungsbereiche, die sich noch heute teilweise intakt und teilweise als Ruinen gut nachvollziehen lassen.

Im "Limesbauprogramm" ab dem Sommer von 1938 wurde die Linienführung beibehalten und die Stellung erhielt von Quierschied bis Lautzkirchen eine deutliche Menge an "Unterstände mit angehängtem Kampfraum", die der Stellung auch mehr Tiefe verliehen. In Rentrisch war bereits ein isoliertes "B-Werk" vorgesehen gewesen, das jetzt als ein verkleinertes, improvisiertes "Kleinstwerk" (aber ohne maschinelle Vorrichtungen) mit drei Türmen gebaut wurde.

Noch 1938 und im Baujahr 1939, als die eigentliche "Hauptkampflinie" auf den neuen [Abschnitt Brebach-Blieskastel] verschob, wurde die artilleristische Zone mit einer bemerkenswerten Menge an Feuerstellungen für Artillerie mit zugehörigen Unterständen ausgebaut. Dieser Ausbau dauerte noch bis in 1940 hinein.

Hinter Rentrisch entstand noch mal ein Kuriosum, als die Artilleriebatterie [Rentrisch], die eigentlich zum [Abschnitt Brebach-Blieskastel] gehört, am Rand der infanteristischen Zone des alten Abschnitts Holz-Blieskastel eingefügt wurde und von hieraus in Richtung Saartal hätte wirken sollen.

Im März 1945 wurde die Stellung rasch aufgegeben, als US-Truppen bei Heckendalheim durch den [Abschnitt Brebach-Blieskastel] brachen. (3)

Die Sprengungen der Nachkriegsjahre hinterließen eine typische saarländische Westwall-Landschaft mit zahlreichen Ruinen und verstreut liegenden, zufällig intakten Bauwerken. Zum Verständnis für Funktion und Entstehung der Stellung braucht es beide. Die Nachkriegsjahrzehnten führten zu Übererdungen und Beseitigungen, besonders in der Nähe von Ortschaften und der Autobahn A6, jedoch ist ein Großteil der Bauwerke noch vorhanden.

 

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3) https://de.wikipedia.org/wiki/Heckendalheim

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