Über den Verein

Vorgeschichte, Gründung und Widerstand gegen die Bunker-Beseitigungen

Der Verein zur Erhaltung der Westwall-Anlagen (VEWA) wurde am 18. Dezember 2003 auf Betreiben von Dr. Klaus Backes in Annweiler gegründet. Anlass waren die zuvor erfolgten Beseitigungen von drei Bunkerruinen bei Bruchweiler-Bärenbach und 14 auf Gemarkung Niederschlettenbach. Eine weitere angekündigte Aktion sollte 18 Bunker zwischen Pirmasens und Dahn betreffen. Zudem kam auf eine Anfrage im Mainzer Landtag im Oktober 2003 die Antwort, dass der Oberfinanzdirektion Koblenz rund 300 Beseitigungsanträge vorliegen würden, die binnen fünf Jahren abgearbeitet werden sollten.
In dieser fast hoffnungslosen Situation blieb nur die Bündelung aller an der Erhaltung des Westwalls interessierten Gruppierungen und Einzelkämpfer in einem Verein. Die weitere Beseitigung, darüber war man sich auf der Gründungsversammlung einig, sollte vor allem durch intensive Pressearbeit, aber auch durch Gespräche mit Bürgermeistern und Behördenvertretern sowie mit Bundes- und Landtagsabgeordneten gestoppt werden. Schon zuvor war ein wichtiger Schritt gelungen: Auf Anregung von Dr. Klaus Backes, der als Redakteur des "Mannheimer Morgen" drei Seiten zum Thema verfasst hat, erschien im "Spiegel" vom 18. November 2002 ein zweiseitiger Bericht über den Westwall. Viele Zeitschriften und Zeitungen nahmen sich daraufhin des Themas an, auch mehrere Fernsehbeiträge wurden ausgestrahlt. Zudem zeichnete sich ein Umdenken in den Denkmalämtern der "Westwall-Bundesländer" Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen ab.
Dass der in Steinfeld aufgewachsene rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck die Bunker aus seiner Jugendzeit kennt und ein entschiedener Gegner der Beseitigung ist, erwies sich als großer Glücksfall. Am 28. Juli 2005 besuchte er mit vielen Behördenvertretern den Wald über Oberotterbach, wo er sich einen Eindruck von den verbliebenen Bunkern und Stellungen machte. Die Führung übernahm Dr. Karl Ludwig. Auch die Bundestagsabgeordneten Winkler (Grüne) und Göbel (CDU) hatten zuvor unser Informationsangebot angenommen und die Bunkerruinen besichtigt. Besondere Erwähnung verdienen Brigitte Schmalenberg und Lilo Hagen, Mitarbeiterinnen der Tageszeitung "Die Rheinpfalz", die sich dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen zeigten und unsere Argumente einer großen Leserschaft nahebrachten.

In Rheinland-Pfalz sind mittlerweile die Reste des Westwalls unter Schutz gestellt, ebenso in Baden-Württemberg. Aber wir müssen wachsam sein und reagieren: Nach einer für uns völlig unakzeptablen "Sicherung" von Bunkerruinen im Seiterswald bei Zweibrücken Ende 2005 haben wir uns an das Landesdenkmalamt, das Mainzer Umweltministerium und an Ministerpräsident Beck gewandt. Nach den von den Genannten erfolgten Reaktionen wird sich wohl Ähnliches nicht mehr wiederholen. Leider ist aus dem Saarland hin und wieder etwas über Beseitigungen zu vernehmen, und in Nordrhein-Westfalen scheint die Lage nach wie vor kritisch zu sein.

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