Stehen Bunker jetzt unter Denkmalschutz?

Das unterscheidet sich je nach Bundesland und gilt nur für Bestandteile der Westbefestigungen/Westwall/LVZ-West:
- In Nordrhein-Westfalen wurden auf Betreiben von Manfred Groß einzelne Bunker und Höckerlinien seit den 1980-gern als Einzeldenkmale in die Denkmalliste aufgenommen. Das verhinderte jedoch Abbruch und Übererdung aus Verkehrsicherungsgründen nicht. Nach medial stark kritisierten Abbrüchen Anfang 2005 galt bis Ende 2007 ein Moratorium, das seitdem ausgelaufen ist. Eine Wiederaufnahme des Abbruchs gehört jederzeit zu den Möglichkeiten, jedoch wäre die öffentliche Kritik darauf schnell sehr groß. Es gibt ab und zu Hinweise auf durchgeführte Arbeiten zur Wiederherstellung von bestehenden Übererdungen.
- In Rheinland-Pfalz hielt die Landesregierung Bunkerbeseitigungen aus Gründen des Artenschutzes seit 2004 auf. Abbruch war aber weiterhin möglich, geschah aber praktisch nicht mehr. Seit 2009 gewährt das "Strecken- und Flächendenkmal 'Westbefestigung' (Westwall und Luftverteidigungszone West)" denkmallisten.gdke-rlp.de/Westwall-akt.pdf Denkmalschutz. Dieser gestaltet sich für Bunkerruinen als relativ wirkungsvoll, Kochstände und Laufgräben sind jedoch weiterhin vor allem von der Forstwirtschaft bedroht.
- Im Saarland wurde im Juni 1980 der erste Bunker in die Denkmalliste aufgenommen, die erste Höckerlinie im Januar 1990. Seitdem genießen nur explizit als Denkmal eingetragene, erhaltene Bauwerke Denkmalschutz, die Ruinen (noch) nicht. Deshalb kommt es hier immer noch zu vereinzelten Übererdungen und Abbrüchen.
- In Baden-Württemberg gibt es seit 2005 die "Sachgesamtheit Westbefestigung", die Bunker und ihre umgebende militärische Infrastruktur als Kulturdenkmäler nach §2 des DSG vor ungenehmigte Veränderungen und damit auch vor Abbruch ohne Dokumentation schützt. Abbruch ist aber weiterhin möglich, und das passiert auch im Rahmen des Hochwasserschutzes, wofür Hochwasserschutzdämme ertüchtigt werden müssen. Zudem ist dieser Status bei Bürgern und Gemeinden trotz Veröffentlichungen noch immer zu wenig bekannt. Auch gibt es vereinzelt Fälle, worin dieser Status unterlaufen wird.

Für Bauwerke des zivilen/betrieblichen/militärischen Luftschutzes gelten diese Regelungen nicht, sondern bestehen höchstens Einzeleintragungen in einer Denkmalliste.